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Fundstücke



Frankfurter Rundschau 9.11.2006



Geklebt von unbekannt auf ein FDP-Wahlplakat in der Landsberger Allee.
9.9.06 19:43


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1001 Arabian Opfer

Im RAW-Tempel in Friedrichshain wird zum wiederholten Mal das Theaterstück "1001 Arabian Eyes" aufgeführt. Der Inhalt: Ein Häftling, Mahmoud, in Guantanamo Bay inhaftiert, träumt von einer Hamburger WG, in der er einzieht und als Schläfer verdächtigt wird, dabei will er doch nur eine Zeitmaschine im Keller bauen und am Ende kämpfen alle gegen die multinationalen Medienkonzerne.
Alles verstanden soweit? Diese Art von halbgarem Quatsch kommt heraus, wenn mit Mitteln der Kunst versucht wird Politik zu betreiben. Die gute Tradition der Agitprop, die so flach sein muss, damit auch der letzte Hinterwäldler sich in seinen Vorurteilen bestätigt fühlt. Das nennt sich dann "Aufklärung"; die Massen mit den Vorurteilen beliefern, die sie sowieso hören wollen. Damit liegt dieses Theaterstück vom Anspruch nicht sonderlich abseitig. Im Theater "Hebbel am Ufer" kann das Publikum ebenso als Kunst deklarierten Antiamerikanismus bestaunen, beispielsweise im Theaterstück "Die Geschichte von Ronald, dem Clown von McDonald´s", in dem gegen "den totalen Konsum" zu Felde gezogen wird.

"1001 Arabian Eyes" dagegen will dem Publikum suggerieren, dass Terrorismus eigentlich nur ein Problem von Vorurteilen darstellt, denen Muslime permanent ausgesetzt werden. Und dann noch der Krieg gegen den Terrorismus, mit dem der Kreuzfahrer dem Muselmanen doch nur das Öl stiebitzen möchte! Schlimm! Was, wenn es auf Al-Manar TV gesendet sofort als Propaganda erkannt würde, wird in Berlin als Kunst deklariert und aufgeführt und ein bißchen intellektuell verquastet angepriesen. In der eigenen Darstellung heisst es dann: "Dabei geht es dem Regisseur Ahmed Shah nicht um eine abstrakte Mediencollage, vielmehr versucht er, den trockenen Fakten einer wissenschaftlichen Abhandlung oder einem rein informativen Zeitungsartikel, Anschaulichkeit zu verleihen und in einen größeren Zusammenhang zu stellen." Früher hätte wohl das einfache Wort "Propaganda" gereicht, um dieses Theaterstück zu beschreiben. [1]

Im lokalen linken Terminblättchen "Stressfaktor" wird das Theaterstück angepriesen: "Aus Anlass und zum Gedenken an die Opfer von Feindbildern und Propaganda - im Besonderen die der Ereignisse nach dem 1. September 1939 und dem 11. September 2001". Ohne Worte.

Da klar ist, dass es die Hamburger Zelle um Mohammed Atta nie gegeben hat genausowenig wie islamistische Attentäter im allgemeinen, will uns das Theaterstück vermitteln, dass Mahmoud in der Hamburger(!) WG eine Zeitmaschine im Keller baut. Aha. Vermutlich war der 11. September 2001 in New York auch nur ein mißglücktes physikalisches Experiment Mohammed Attas, der Einsteins Relativitätstheorie widerlegen wollte und dabei nicht wie der DeLorean in "Zurück in die Zukunft" in eben jener verschwand, sondern in das WTC krachte. Dumm gelaufen.

Der Regisseur Ahmed Shah ist nicht nur Mitglied bei Linksruck, sondern inszenierte mit Schülern in Moabit bereits das Theaterstück "Intifada im Klassenzimmer", in dem er als staatlich gefördertes Integrationsprojekt Werbung für die anti-israelische Sache macht.
Die angebliche Vertreibung der Palästinenser und Vernichtungslager in Deutschland, alles wird da identisch. Die mitspielenden Jugendlichen lernen zu differenzieren und die Standard-Schutzbehauptungen des Antizionismus aufzusagen. So ein Mitwirkender: "Früher wurden die Juden vergast. Okay, schlimm. Aber jetzt machen sie das gleiche in Palästina, nicht alle Juden, aber die Israelis." Der Antizionist hat gelernt: Nur wenn man sich vom Vorwurf des Judenhasses empört distanziert, kann man umso heftiger auf die Zionisten/Israelis eindreschen. [2]

Und Ahmed Shah weiß: "die Diskriminierung, die muslimische Immigrantenkinder erfahren, läuft nach gleichen Mechanismen ab wie der Antisemitismus." Deswegen fährt er auch mit seinen Schützlingen zu KZ-Gedenkstätten um zu ihnen zu zeigen, wie schlimm die Nazi-Israelis waren bzw. sind und dass der arme Moslem immer das eigentliche Opfer von Terror und Gewaltherrschaft ist. [3]



Quellen:
[1] http://g86b.twoday.net/

[2] http://www.jungle-world.com/seiten/2006/21/7801.php

[3] http://www.inforadio.de/static/dyn2sta_article/043/124043_article.shtml
8.9.06 11:34


Arbeit macht frei bzw. linksradikal

"Mein Vorschlag für in die linksradikale Szene reintegrationswillige Anti-Deutsche: Sechs monatiger Aufenthalt in einem Trikontland mit Anbindung an emanzipatorische Basisprojekte, damit ein paar Realitäten und Prioritäten zurecht gerückt werden."

AG Grauwacke - Autonome in Bewegung. Berlin Hamburg Göttingen: Assoziation A. S.355, Rechtschreibung im Orginal
7.9.06 20:11


Nichts für ungut

Aber eine Drum´n Bass-Party in Mannheim mit folgenden Sätzen zu bewerben, kann doch irgendwie mißverstanden werden:

Wir empfehlen Euch dringend, die Kevlarschutzwesten ein wenig enger zu schnüren, denn dieses Mal, werden definitiv keine Gefangenen mehr gemacht. Macht euch also schonmal bereit für den ultimativen Holocaust !!!
4.9.06 21:41


Lfo Eseleien

Hier stand ein Artikel, der besser nie hätte geschrieben werden sollen.

Das Beleidigen von Opfern sexualisierter Gewalt hätte nie passieren dürfen. Punkt. Mehr kann ich dazu nicht sagen, weil es hier nichts zu diskutieren gibt.

Die Kritik an einer linken Szene, die glaubt Sexismus mit Konzepten wie der Definitionsmacht überwinden zu können, vertrete ich nach wie vor: das ist eine schlechte Adaption, die das bürgerliche Recht zur falschen Seite, nämlich als Herrschaft der Gemeinschaft, hin auflöst.
Ich lehne das Prinzip der Definitionsmacht nicht ab, sondern habe Zweifel, dass "Defintionsmacht" ein adäquates Mittel darstellt, um Vergewaltigungen bzw. sexualisierte Gewalt abzuschaffen: sanktioniert wird hier innerhalb eines Kollektivs, durch ein Kollektiv. Zwar wird vordergründig dem Opfer eine "Macht" eingewährt, diese ist jedoch illusionär:
Dem Opfer, dass außerhalb eines Kollektivs steht, für das sich kein Kollektiv einsetzt, nutzt die Definitionsmacht recht wenig. Das Konzept ist alles andere als universell, das ist mein Bedenken dagegen. Mit Abschaffung von Herrschaft hat das wenig zu tun, es wird nur deren Übertragung vom bürgerlichen Staat auf das Racket gefordert. Die Gruppe Desperados schreibt: "Es wird also der Charakter der Definitionsmacht als politisches Kampfmittel in emanzipativer Absicht herausgestellt und nicht ein „Definitionsrecht“ für einen linken Szene-Pseudo-Staat aufgestellt." Nur wird hier so getan, als hätte das alles nichts mit staatlicher Vergesellschaftung zu tun, man würde quasi autonom eigene Regeln aufstellen. Das dies möglich ist, daran zweifle ich. Die Haltung affirmiert das bürgerliche Rechtsverständnis und löst es zum schlechten Ende hin auf: als Recht des Stärkeren, des Kollektivs. Und genau darum sollte es nicht gehen. Max Horkheimer dazu: "Heute schließt ernste Resistenz gegen gesellschaftliches Unrecht notwendig die Bewahrung der freiheitlichen Züge bürgerlicher Ordnung mit ein, die nicht verschwinden, sondern im Gegenteil auf alle Einzelnen übergehen sollen."

Wie auch immer: konkreten Opferschutz in der Praxis zu betreiben ist ok (Vergewaltiger aus dem näheren Umfeld durch sozialen Ausschluß rauszuwerfen), nur habe ich meine Bedenken, daraus diese konkrete Theorie abzuleiten und eben aus den falschen Verhältnissen eine vermeintlich richtige Theorie abzuleiten.
2.9.06 11:58


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