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Hans-Martin Lohmann: Sigmund Freud. Eine Einführung.


Normalerweise ist Sekund?rliteratur eine eher zwiesp?ltige Angelegenheit, wenn man sich in das Werk eines Autor einarbeiten m?chte: sie verf?lscht und pr?gt das Bild des Autors wom?glich ? Orginaltexte sind meistens vorzuziehen. Da ich aber nicht die Zeit habe mich eben in die 10 B?nde der Studienausgabe einzuarbeiten (und diese enth?lt nicht mal alle Schriften Freuds) und Freud seine Theorien oft ?berarbeitet oder widerrufen hat, bleibt zun?chst nur Einf?hrungsliteratur als Option.

Ich muss vorneweg sagen ? viel Ahnung von Freud habe ich nicht, sonst h?tte ich kaum das Buch gekauft von Hans-Martin Lohmann.
In 7 Kapiteln wird kurz auf die vermutlich wichtigsten Werk eingegangen. Im Anhang findet sich dann eine Zeittafel mit den wichtigsten Stationen und Ver?ffentlichungen aus Freuds Leben, ein aktuelles (die Erstauflage dieses Buches stammt von 1985, die ?berarbeitete 5. Auflage von 2002) und umfangreiches Verzeichnis an Sekund?rliteratur.

Um es kurz zu machen: Ich bin doch leicht ver?rgert, ich hatte mehr erwartet f?r 11,50 Euro (ich gebe es zu: Preiskritik statt Wertkritik).
Auf dem Einband wird es beworben mit einem Review aus der FAZ "(...), es verf?hrt dazu, das gro?artige Gebirgsmassiv der Freudschen Schriften selbstst?ndig zu erforschen." Das ist zum einen ein Zitat aus der Einlatung und zum anderen kann man so auch euphemistisch umschreiben, dass auf knapp 81 Text (plus Anhang) versucht wird, einen Einblick in Freuds Werk zu geben. Es bleiben eigentlich nur offene Fragen, die einzelnen Theorien werden nur kurz angerissen. M?glicherweise ist mein Wissensdurst aber auch gr??er als, dass er mit 81 DinA6-Seiten gestillt werden kann.

Merkw?rdig die Seitenhiebe von Lohmann auf "den" Marxismus (schlie?lich sind von ihm in derselben Reihe im Junius-Verlag die Einf?hrungen in Marx und Marxismus erschienen). Die "Ehe zwischen Psychoanalyse und Marxismus nach 1968 sei nur von kurzer Dauer gewesen", beides sei doch zu unterschiedlich und Freud entziehe sich der Einteilung in "links" und "rechts". Explizit erw?hnt wird hierbei die Frankfurter Schule, deren Protagonisten Marcuse, L?wenthal, Horkheimer tauchen das Buch ?ber vereinzelt in Fu?noten auf, um dann im letzten Absatz des Buches abgewatscht zu werden: "Weil Freud sich der phantastischen Sprache des Unbewu?ten ?ffnete und es aus dem Gef?ngnis der Unterwelt entlie?, entging er den Fallstricken einer Dialektik der Aufkl?rung, in der Aufkl?rung, Naturbeherschung und Herrschaft von Menschen unentwirrbar verquickt sind." (S.88)
Ob der Autor ansonsten weitgehend um eine neutrale Einordnung Freuds bedacht ist, kann ich nicht beurteilen, da in der Psychoanalyse scheinbar die Frontverl?ufe noch un?bersichtlicher verlaufen als im Marxismus und ich, wie erw?hnt, nicht viel Ahnung von der Materie habe.

Fazit:
Positiv: Pluspunkte sind, dass das Buch chronologisch verf?hrt und kurz autobiographische Details und die Entstehungsgeschichte der Theorien an Hand der Diskussionen mit anderen Psychoanalytikern aufgezeigt werden. So lassen sich die Theorien von unbedarft Lesenden einordnen: "aha, Todestrieb ist umstritten.". Wissen, sehr kompakt.

Negativ: Das Buch ist zu kurz bzw. verk?rzend. Etliches hat man schon geh?rt bzw. ist im Allgemeinwissen angekommen - die meisten der ?brigen Fakten kann man sich im Internet zusammensuchen.

Bewertung:
Bedingt empfehlenswert. Eher als Einf?hrung zu gebrauchen ist Thomas K?hler ? "Das Werk Sigmund Freuds" Band 1 (1989) und Band 2 (1993), Heidelberg: Asanger. Besprechung demn?chst hier.

Hans-Martin Lohmann (1985): Sigmund Freud. Eine Einf?hrung. Hamburg: Junius
25.1.06 21:06
 



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