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Lfo Eseleien

Hier stand ein Artikel, der besser nie hätte geschrieben werden sollen.

Das Beleidigen von Opfern sexualisierter Gewalt hätte nie passieren dürfen. Punkt. Mehr kann ich dazu nicht sagen, weil es hier nichts zu diskutieren gibt.

Die Kritik an einer linken Szene, die glaubt Sexismus mit Konzepten wie der Definitionsmacht überwinden zu können, vertrete ich nach wie vor: das ist eine schlechte Adaption, die das bürgerliche Recht zur falschen Seite, nämlich als Herrschaft der Gemeinschaft, hin auflöst.
Ich lehne das Prinzip der Definitionsmacht nicht ab, sondern habe Zweifel, dass "Defintionsmacht" ein adäquates Mittel darstellt, um Vergewaltigungen bzw. sexualisierte Gewalt abzuschaffen: sanktioniert wird hier innerhalb eines Kollektivs, durch ein Kollektiv. Zwar wird vordergründig dem Opfer eine "Macht" eingewährt, diese ist jedoch illusionär:
Dem Opfer, dass außerhalb eines Kollektivs steht, für das sich kein Kollektiv einsetzt, nutzt die Definitionsmacht recht wenig. Das Konzept ist alles andere als universell, das ist mein Bedenken dagegen. Mit Abschaffung von Herrschaft hat das wenig zu tun, es wird nur deren Übertragung vom bürgerlichen Staat auf das Racket gefordert. Die Gruppe Desperados schreibt: "Es wird also der Charakter der Definitionsmacht als politisches Kampfmittel in emanzipativer Absicht herausgestellt und nicht ein „Definitionsrecht“ für einen linken Szene-Pseudo-Staat aufgestellt." Nur wird hier so getan, als hätte das alles nichts mit staatlicher Vergesellschaftung zu tun, man würde quasi autonom eigene Regeln aufstellen. Das dies möglich ist, daran zweifle ich. Die Haltung affirmiert das bürgerliche Rechtsverständnis und löst es zum schlechten Ende hin auf: als Recht des Stärkeren, des Kollektivs. Und genau darum sollte es nicht gehen. Max Horkheimer dazu: "Heute schließt ernste Resistenz gegen gesellschaftliches Unrecht notwendig die Bewahrung der freiheitlichen Züge bürgerlicher Ordnung mit ein, die nicht verschwinden, sondern im Gegenteil auf alle Einzelnen übergehen sollen."

Wie auch immer: konkreten Opferschutz in der Praxis zu betreiben ist ok (Vergewaltiger aus dem näheren Umfeld durch sozialen Ausschluß rauszuwerfen), nur habe ich meine Bedenken, daraus diese konkrete Theorie abzuleiten und eben aus den falschen Verhältnissen eine vermeintlich richtige Theorie abzuleiten.
2.9.06 11:58
 



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